Examples of Creative Film-Editing
Eine audio-visuelle Symbiose aus Raum und Zeit mit gesprochenen und spielerisch umgesetzten Gedankenbildern mit Leidenschaft und Spannung.
Unter Montage oder Filmschnitt verstehe ich den Vorgang einer Aneinanderreihung einzelner Einstellungen und integriere diese in einem übergeordneten, kohärenten Kontext zu einem Ganzen – dem Film, die Komposition. Die Montage fügt und kontrastiert unterschiedliche physische als auch psychologische Einstellungen miteinander und erzeugt so einen neuen Sinn, der den Einstellungen in isolierter Form nicht innewohnt.
(Timeline & Composer Fenster vom AVID Mediacomposer, hier ’”Die Stieg Larsson Story” links Noomi Rapace als Lisbeth Salander, rechts Stieg Larsson)
Unter einer Einstellung verstehe ich den kontinuierlich gedrehten ungeschnittenen Take, eine Szenenaufnahme. Er bildet die Grundeinheit, die Basis der Montage.
(Projektfenster Avid Mediacomposer von “Die Stieg Larsson Story” mit Frame View und Script Editing)
Montage wird manchmal in einem rein handwerklichen Sinne verstanden: es geht um die Zusammenstellung und das Aneinanderfügen von Bild- und Tonsegmenten (man bezeichnet das handwerkliche Aneinanderfügen von Einstellungen meist als Schnitt). Die mechanische Seite des Prozesses ist aber zu unterscheiden vom kreativem und dramaturgischen Akt der Anordnung der Teile des Films, der Entwicklung der äußeren und inneren Gestalt des Kunstwerks aus seinen Bausteinen unter Berücksichtigung der damit hervorgerufenen unterschiedlichen Wirkungen in der Rezeption des Films. Dies ist der weitaus gewichtigere Teil der Arbeit eines Editors, aber sicherlich auf der guten Basis eines technischen Kenntnisstandes auszuführen.
(Timeline & Composer Fenster vom AVID Mediacomposer, hier ”David wants to fly” links Marie Pohl, rechts David Lynch)
Die Magie der Montage besteht darin, der Komposition einen Fluss zu verleihen, um den Betrachter in den Bann seiner eigenen Gedanken zu tragen, ihn dort abzuholen und mit ihm gemeinsam die verborge Dimension der Schmerzen, der Trauer, der Liebe und der Freude zu erleben. Zugrunde liegt das Prinzip der Gleichheit aller Menschen: wir als Menschengeschlecht führen uns in der Gemeinsamkeit bei Betrachtung eines Filmwerkes durch verschiedene emotionale als auch mentale Prozesse. Diese Grundlogik gepaart mit dem Handwerkszeug eines ambitionierten Editors ist ein sehr entscheidender, schöpferischer Akt bei der Herstellung eines Films.
mkl, 2011
Beispiele – Szenen Auswahl
Szenische Montage:
Fiktionale Kausal-Montage
(“Lost Love” mit Fritzi Malve Voss & Thaddaeus Meillinger)
(“Zwei” mit Thaddaeus Meillinger & Axel Werner)
Fiktionale Dialog-Montage
(“Speedflying” mit Thaddäus Meillinger & Gunnar Seidel)
Fiktionale Assoziations-Montage
Dokumentarische Montage:
Dokudrama Kausal-Montage
(Ausschnitt aus “Unter kaiserlicher Flagge / Hetzjagd vor Kap Horn”)
Dokudrama Dialog-Montage
(Ausschnitt aus “David wants to fly” mit David Sieveking, Oma Weigl und Marie Pohl)
Dokudrama Assoziations-Montage
(Ausschnitt aus “David wants to fly”)
Dokudrama Surrealistische Musik-Montage
(Ausschnitt aus “Bad Boy of Music – The Georg Antheil Story”
Dokudrama Musik-Montage
(Ausschnitt aus “Flamenco Clan”)
Musik Montage
Timeline "Die Stieg Larsson Story" © mkl 2011
Projektfenster "Die Stieg Larsson Story" © mk
Timeline "David_wants_to_fly" © mkl 2010
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