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Die Minensucher von Kabul (2002)

360 Grad – die GEO-Reportage, ARTE


Zehn Millionen Minen sollen vor dem 11. September 2001 in Afghanistan vergraben worden sein. Jetzt kommen noch Hunderttausende nicht detonierter Streuminen hinzu. Minensuchhunde sollen helfen, sie zu finden und zu entschärfen. Mario Boer bildet Hunderte Afghanen zu Hundeführern aus und lehrt sie, Welpen innerhalb von 18 Monaten zu Minenspürhunden abzurichten. “360º – Die Geo-Reportage” begleitet ihn und die Minenhundsuchtruppe bei ihrer gefährlichen Arbeit in den Minenfeldern Afghanistans und beobachtet das Training und die Ausbildung der Suchhunde.
Battlefield

Cora zerrt an ihrer Leine. Mit der Nase tief über dem Boden, schnüffelt die deutsche Schäferhündin über den kargen Feldboden. Abdul, der afghanische Halter, folgt ihr auf dem Fuß. Plötzlich hält Cora inne, wittert etwas, bellt kurz und setzt sich hin. Sofort bleibt auch Abdul stehen. Jeder weitere Schritt wäre lebensgefährlich. Tief in die Erde gegraben liegt eine vergessene Landmine. Ein falscher Tritt, und sie wird explodieren – nirgendwo sonst auf der Welt liegen derzeit mehr versteckte Sprengkörper als in Afghanistan.
Minensuchhund Cora

Über 2000 von den Sowjets hinterlassene Landminen hatte die Kompanie von Mario Boer bereits aufgespürt und entschärft, als die USA Afghanistan angriffen. Danach mussten alle Gebiete, die der Berliner Sicherheitsexperte in den letzten drei Jahren zusammen mit dem MDC (Mine Detection Dog Center) geräumt hatte, neu abgesucht werden. Für die Aufgabe, die in den nächsten Jahren auf Boer und seine einheimischen Helfer zukommt, reichen die 180 Minensuchhunde nicht aus. In Afghanistan setzt man große Hoffnung auf die gut trainierten Hunde aus Deutschland. Mario Boer bildet Hunderte Afghanen zu Hundeführern aus und lehrt sie, Welpen innerhalb von 18 Monaten zu Minenspürhunden abzurichten. Sind die Hunde dann so weit, beginnt für sie und ihre Führer eine Sisyphusarbeit: Zentimeter für Zentimeter wird das Gelände abgesucht, die Minen liegen überall.
Minen Info

Die Tiere sind sechs Stunden täglich im Einsatz. Haben sie Sprengstoff gerochen, setzten sie sich hin. Das nachfolgende Räumungspersonal gräbt die Minen mit der Hand aus und entschärft sie. Zehn Millionen Minen sollen vor dem 11. September 2001 in Afghanistan vergraben gewesen sein. Jetzt kommen noch Hunderttausende nicht detonierter Streuminen hinzu. Schätzungsweise 15 Jahre wird es dauern, bis Afghanistan von den vergrabenen Gegnern befreit ist.
360° – Die GEO-Reportage begleitet die Minenhundsuchtruppe von Mario Boer bei seiner gefährlichen Arbeit in den Minenfeldern Afghanistans und beobachtet das Training und die Ausbildung der Suchhunde.
Gun Boy

eine Produktion von Medienkontor FFP GmbH & Steffen Steigner Filmproduktion (Heute Spirit Filmproduktion) im Auftrag von Arte in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift GEO
Die Filme aus der Reihe 360 Grad – Die Geo-Reportagen sind eine Mischung aus Reportage und Dokumentation. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem Magazin GEO. Das umfangreiche Themen-Spektrum des Programms reicht von Tierschutzprojekten bis zu Einblicken in die Welt der Gerichtsmedizin. Die Themen werden wissenschaftlich aufbereitet und haben dennoch stets einen “human touch”. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt.

Genre: Report, Details: SD, 16:9, Runtime: 42 Min,
Director & Writer: Jacqueline Steigner, Cinematography by: Steffen Steigner, Film Editing by: Martin Kayser-Landwehr BFS, Production Company: MedienKontor Film- und Fernsehproduktion & Spirit-Filmproduktion, Release Date: 9. May 2002.

Minen Opfer


Diese Reportage lag mir besonders am Herzen und sie erschüttert mich bis zum heutigen Tag tief in meiner Seele. Letztendlich muss man feststellen, dass das Thema Minen ein absolut trauriges und beschämendes Kapitel unserer Zivilisation ist. Es gibt kein Argument und keine Entschuldigung für eine Kriegsführung mit Minen. Letztlich sind ausschließlich die Zivilbevölkerung und meist die Kinder die, die diese Entscheidung der Kriegsführung mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben bezahlen müssen. Genau die Bevölkerungsgruppe, die meistens nicht an Kriegsführung interessiert ist und auch nicht davon profitiert.

Minen Opfer

Ich möchte an dieser Stelle all diejenigen ansprechen, die sich für diese Art der Kriegsführung, für diese Art der Erforschung von Waffen und für diese Art des Geld verdienens entschieden haben. Ich möchte Sie dazu auffordern, sich vor zu stellen, was wäre, wenn Sie eines Tages oder eines ihrer Kinder eine scharfe Mine in ihrer Hand hielten oder auf eine scharfe Mine treten würden. Bitte denkt über Euren Hass und Eure Verachtung gegenüber Menschen nach, die in ihrem Leben auch nichts anderes tun als wie alle anderen, wie atmen, essen, lieben, weinen- einfach nur Leben.

Minen Opfer

Einen besonderen Dank von meiner Seite an die Regisseurin Jacqueline Steigner und den Co-Produzenten und Kameramann Steffen Steigner die ihr Leben riskierten um diesen Film zu drehen.

Wer mehr über dieses Thema Wissen erfahren möchte, hier ein paar Links:
UNO
Amnesty International
E-Mine
Minds Against Mines
Wissen gegen Minen

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Keine Antworten : Die Minensucher von Kabul (2002)”

  1. [...] Die Minensucher von Kabul (2002) [...]

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